Neben den Alltäglichkeiten die wir erleben, geschehen uns hier und da auch ungewöhnliche Dinge, die wir uns nicht erklären können, wir uns nicht mal im Klaren sind ob es Illusion oder Wirklichkeit ist was geschieht. Im Folgenden berichtet der Dinarin von solch einer Begebenheit.
Gewöhnlicherweise besuche ich verschiedene Orte an diesem alten Ort, in dem ich lebe, und zwar in ungeordneter, aber regelmäßiger Reihenfolge.
Die Erzählung 'Der Verlust' als Podcast:
Zum Nachlesen:
Der Verlust Von Aleksandar Nikolic
An diesem herrlichen Morgen, es war wundervolles Wetter, begab ich mich in das Café hinter dicken Klostermauern, das im Park des Klosters unter sehr alten wunderschönen Platanen untergebracht war. Die Terrasse des Cafés wird von den ausladenden Kronen der Platanen überschattet, und ich setzte mich an einen Tisch auf die Terrasse. Die Sonne schimmerte durch die Blätter und warf ein bizarres Lichtspiel auf den steinernen Boden. Ich war der erste und einzige Gast und empfand die Ruhe als sehr wohltuend. Ich hatte den Zugangsweg zur Terrasse im Blick und sah, wie aus dem Nichts kommend, eine Gestalt auf dem Weg zur Terrasse. Ich war erstaunt - die Gestalt kam mir sehr bekannt vor, ich wusste nicht woher und hatte sie vorher noch nie gesehen. Die männliche Gestalt kam an meinen Tisch und setzte sich wortlos - auch ich sagte nichts. Nach einer weile des Schweigens sagte die gestalt: „Ich bin NIRANID“, „Ich bin DINARIN“ antwortete ich. Wieder folgte eine Weile des Schweigens, bis NIRANID bemerkte: „Du trägst schwer“. Ich war überrascht, dass er etwas aussprach, was ich zu verdrängen versuchte, die Schwere des Daseins und die Daseinsängste. Ich wollte es nicht zugeben, obwohl er Recht hatte, und fragte beiläufig „Wie kommst du darauf?“ „Ich weiß das, und ich weiß auch warum.“ „Wie kannst du das wissen?“ fragte ich, während ich darüber nachdachte, wieso mir NIRANID so vertraut war und so bekannt vorkam. „Weil ich dich kenne“, antwortete er. Also kannte er mich auch - ich fand keine Antwort, wo wir uns begegnet waren. „Du trägst schwer, weil du etwas verloren hast“, sagte er, und ich dachte, was könnte ich denn verloren haben, doch bevor ich fragen konnte, fuhr NIRANID fort: „Und dieses Etwas ist ein Gefühl.“ „Kann man denn Gefühle verlieren?„ fragte ich „Jede Sichtweise erwächst aus einem Gefühl, und verliert man ein Gefühl geht auch die dazugehörige Sichtweise verloren. Das, was du verloren hast, ist die Leichtigkeit des Seins und selbstverständlich auch die entsprechende Sichtweise“. Ich war sehr betroffen, weil ich erkannte, dass NIRANID mir die Antwort gab, nach der ich auf der Suche war, als ich mich fragte, warum ich seit einer Weile die Tage nicht mehr genießen konnte. Ich musste zugeben, seine Antwort hat ins Schwarze getroffen. Bis vor kurzem, erkannte ich, hatte ich das Gefühl der Leichtigkeit des Seins und sah die Dinge auch so. Auf dieser Bewusstseinsebene ergaben sich die Antworten aus den Fragen, so dass nichts unbeantwortet blieb. Ich hatte nichts weiter zu tun, als die Tage zu genießen und im Augenblick zu verweilen, weder nach Hinten noch nach Vorne zu sehen. „Ich gebe zu, es ist so“ sagte ich zu NIRANID. „Aber wie finde ich das Gefühl wieder, und kann ich mich auf die Suche begeben?“ „Wie jeder Mensch unterliegst auch du schicksalhaften Fügungen. Je nach Sichtweise der einzelnen Menschen kann man auch sagen göttlichen Fügungen, und es wäre sinnlos, sich auf die Suche zu begeben. Du hast selbstverständlich die Freiheit, es zu tun. Es ist jedoch so, dass, wenn die Fügung es will, Du die Leichtigkeit des Seins wiederbekommen wirst. Bekommst Du sie nicht wieder, so hat das auch einen Sinn, der sich letztendlich aus sich heraus erschließen wird. Ich dachte nach. Es war eine äußerst skurrile Begegnung, aber dennoch aufschlussreich. Ich wusste, ich hatte zwei Jahre das Gefühl der Leichtigkeit des Seins, und auf dieser Bewusstseinsebene erschloss sich mir die Wahrheit als Wirklichkeit, und ich war außerhalb der Realität, die schwer und negativ war. Kein Mensch konnte mir sagen, wieso ich die Bewusstseinsebenen wechselte, wie das zustande kam, und welchen Sinn das hatte, und ich hatte auch keine Erklärung, bis mir NIRANID von der Fügung erzählte, deren Sinn sich letztendlich ergibt.
„Was darf ich bringen?“ Ich schreckte hoch aus meinen Gedanken, sah in die Richtung woher die Stimme kam und sah die Kellnerin, die meine Bestellung aufnehmen wollte. Etwas verwirrt sagte ich: “Einen Kaffee bitte.“ Die Kellnerin ging, und ich sah zu NIRANID. Er war nicht mehr da. Der Stuhl, auf dem er gesessen hatte, sah unberührt aus. Ich sah zu dem Fußweg, aber dort war er auch nicht zu sehen. Langsam erkannte ich, NIRANID war mein Spiegelbild und Realität und Illusion vermischten sich zu einer wahren Wirklichkeit.