Gedanken zum Tag Teil 5
Montag, den 19. Dezember 2011 um 14:38 Uhr

von Robert Weber

Es ist wieder Weihnachtsmarkt in Aachen! Diesen alle Jahre wiederkehrenden Ausruf mag man deuten wie man mag, leugnen lässt sich die Tatsache an sich jedoch wohl kaum. Für den einen beginnt damit das Einleuten einer besinnlichen Weihnachtsstimmung mit entsprechender jahreszeitlich angemessener Atmosphäre, für den anderen einfach nur der immer wieder kehrende Wahnsinn um einen viel zu früh einsetzenden kommerzialisierten Weihnachtsrummel.

Wie man den Weihnachtsmarkt auch sehen mag, wer die Altstadt zwischen 11.00 Und 21.00 Uhr betritt, kommt nicht an ihm vorbei. Ein jeder muss durch das Getümmel, habe er nun die Zeit und Muße dazu, oder eben nicht.

Mir fällt dazu ein, das man eigentlich eine neue Breitensportart einführen könnte, die sich um den Markt ranken mag, quasi ein Weihnachtsmarkt-Spießrutenlaufen. Wer schafft es unter Vermeidung von anrempeln der anderen Besucher in Bestzeit eine abgesteckte Strecke über den Markt zu absolvieren, ohne dabei am Glühweinstand oder der Reibekuchenbude zu versacken.

Ach ja der Heißgetränkestand – das entsprechend Klima für die beliebten Getränke will sich nicht rechtzeitig einstellen. Vielmehr stiegen pünktlich zum Saisonbeginn die Temperaturen auf ein Durchschnittsniveau, das eher nach Abkühlung ruft, als nach Warmen. Sehr ärgerlich. Aber es bleibt ja noch etwas Zeit bis Heiligabend. Vielleicht taucht sie ja noch auf, die passende Kaltfront. Ich persönlich hoffe das allerdings nicht. Aber wieder teilen hier sicherlich nicht alle Aachener und angereisten Gäste meine Meinung.

Eins spricht aber sicher für den diesjährigen Aachener Weinachtmarkt. Der Aufbau der Buden ist verändert worden, und das (bis auf wenige vereinzelte Ausnahmen) nicht zum Schlechten. Ich meine sogar, dass einige altbekannte Engpässe so entschärft wurden, und ein wenig mehr Fluss in die Menschenmenge gelangen konnte. Es „knubbelt" sich einfach ein bisschen weniger als die letzten Jahre. Das Konsumverhalten der Besucher bleibt jedoch abzuwarten, sind doch gerade mal zwei Wochen vergangen. Auf jeden Fall zieht der Weihnachtsmarkt wieder Menschen in die Innenstadt und wirbt so für die ganze Stadt. Zumindest bei denen die Weihnachtsanhänger sind. Alle anderen mögen an dieser Form des Trubels wohl eher verzweifeln. Ihnen bleibt eigentlich nur der Trost auf ruhigere Tage nach dem „Festrummel".

Ärgerlich finde ich jedoch eine Entwicklung an vielen Getränkeständen. Das Pfand für die obligatorischen Becher mit dem edlen Trunk ist teilweise auf über zwei Euro gestiegen. Das kann sich, auch wenn es den Betrag wieder zurück gibt nicht jeder ohne weiters leisten, und einen Besuch des Weihnachtsmarkts schon beeinträchtigen.

Und nein, ich hasse Weinachten nicht unbedingt. Nur mittlerweile kann ich den Weihnachtsmarkt manchmal einfach nicht mehr sehen, auch wenn er für viele andere eine willkommene Ablenkung gegen den „Winterblues" ist.

Aber einen Grund gibt es diese Tradition nicht aufzugeben. Auch zukünftigen Generationen von Kindern, sollte dieses Erlebnis nicht genommen werden. Das leuchten in ihren Augen lässt sogar mich manchmal den ganzen Trubel drum herum übersehen. Für sie ist dieser Markt immer noch ein Erlebnis, von dem sie lange zähren können.

Abschließend nun noch einen weihnachtlichen Gruß an alle Besucher des Aachener Weihnachtsmarkts, und viel Freude und Spaß für Groß und Klein auf demselbigen.

 


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